Inmitten des Luberongebirges liegt Buoux, eine kleine überschaubare
Gemeinde mit aktuell 118 Einwohnern. Wir genießen die Abgeschiedenheit
und Ruhe der Ortschaft. Auf der sich schlängenden Straße entfernen uns
vom Dorf und biegen in das Schatten spendende Tal von Aiguebrun ein.
Nach
anfänglicher Verwirrung durch rudimentäre Wegbeschilderung gelangen wir
über einen ersten steileren Anstieg zu den gigantischen Höhlen und
Felsformationen von Aiguebrun.

Bedeutung spielten diese Höhlen schon in der paleolithischen Epoche. Zur
keltoligurischen Zeit machte sich der Mensch hier eine breite
Felsenbühne zu Nutze. Diese wurde im frühen Mittelalter zur Festung "lo
fòrt de Bèus". Am Fuße der bis 70 Meter hohen Felswände lag bis zum 4.
Jahrhundert ein Dorf, Sant German. Um diesen Ort herum befinden sich
noch über hundert im Fels ausgehöhlte Gräber. Während der
Religionskriege wurde die bis zum 14. Jahrhundert immer wieder umgebaute
Festung Zuflucht für die verfolgten Waldensern der Region.

Wir legen am geschichtsträchtigen Ort eine erste Wanderrast ein und gelangen weiter, über einen ersten längeren Aufstieg, der uns aus dem Vallon de Serre hinausführt. nach ca. zwei Stunden erreichen wir den offenen Höhenkamm, folgen hier dem Weg, der uns weitere ca. 1,5 km nach oben führt. Wir münden in den GR9 (
französisch für Grande Randonnée No. 9, einem ca. 990 km langen Fernwanderweg) ein.
Durch ein Wäldchen mit knorrigen Steineichen geht es hinauf zur
ersten Bergkuppe, von dort weiter östlich über die geschwungene
Landschaft zur zweiten Kuppe.
Wir befinden uns nun auf 902 Meter und
genießen die weiten Ausblicke. In einem Linksbogen führt der GR auf die
felsige Kuppe L´Ourillon. Da es nun schon Nachmittag ist, beschließen
wir uns zum Abstieg. Nur mühsam finden wir im Geröll der steilen
Felswände einen geeigneten Abstieg. Leider finden wir die Markierungen
nicht und so dauert es geraume Zeit, bis wir einen Abzweig nach rechts
wahrnehmen. Auf steinigen Pfaden geht es teilweise steil bergab, nach
einer Stunde erreichen wir eine Brücke, die uns über die Aiguebrun
führt.
Hinter der Brücke geht es schon zur Auberge Des Seguins,
die uns einen ausgezeichnete Küche der Region bietet. So lassen wir den
Tag hier ausklingen.
Der ca. 3 km lange Rückweg vom Lokal bis zum
Ausgangspunkt erweist sich als kleine Zugabe zu unserer heutigen
Wanderung. Auf einen alten Maultierpfad gelangen wir wieder zur D113 und
von dort wieder nach Buoux.
Auf der einen Seite der Straße liegen malerisch die Lavendelfelder, zur anderen Seite fallen die Felsen fast unvermittelt ab.
Ein schöner und pittoresker Abschluß unserer sonnigen Wandertour.
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